Wieso? Weshalb? Warum? – Die Generation Y und wie sie das Arbeitsleben verändert

Wer sind die Ypsilons?

Als Generation Y werden alle zwischen etwa 1980 und 1999 Geborenen bezeichnet. Sie sind die Nachfolgegeneration der Boomers (bis 1965) und der Generation X (bis 1980). Zudem ist die Generation Y die erste der Digital Natives, zu deren Alltag Technik und Internet gehören und für die keine Grenze zwischen on- und offline mehr existiert.

Das Y bei der Bezeichnung wird Englisch als „why“ ausgesprochen und soll den typischen Hang dieser Generation zum kritischen Hinterfragen von Situation sowie dem Gefühl einer ständigen Unsicherheit ausdrücken. Denn schließlich wurden in diesem Zeitraum Geborene bereits mit sämtlichen weltpolitischen Krisen konfrontiert, sodass der Zustand von Unsicherheit und der Unplanbarkeit des eigenen Lebens als Normalzustand angesehen wird. Die Ungewissheit wird in die Lebensplanung mit einbezogen und die Fähigkeit aus einer Situation das Beste zu machen und sich stets möglichst viele Optionen offen zu halten, sind typisch für die Generation Y. Die suchende Grundhaltung spiegelt sich auch in der Einstellung zu Glück und der Setzung von Prioritäten im Leben wieder. Wo vorhergehende Generationen ein klares Ziel vor Augen hatten und ihre Rechnung „Anstrengung = Erfolg“ aufging, sieht sich die Generation Y einer so unsicheren Umwelt ausgesetzt, dass das Leben im „Hier und Jetzt“ ein Vielfaches an Bedeutung gewinnt.

„Just do it“ und „YOLO“ – dies sind alles Ausdrücke für das Streben der jungen Menschen schon heute und jetzt glücklich sein zu wollen und sich nicht erst „nach getaner Arbeit“ erfüllt zu fühlen. Spaß, Selbstverwirklichung und ein allgegenwärtiges Glücksmoment spiegeln nicht nur die Unsicherheit vor einer ungewissen Zukunft wieder, sondern zeigen auch eine neue Einstellung zum Leben als solches, die sich natürlich auch auf das Berufsleben und die Einstellung zur eigenen Karriere auswirkt.

 

Work Work Work? Arbeitsleben und Karriere der Generation Y

Die Generation Y gilt als gut ausgebildet und sieht die eigene Bildung und Weiterbildung auch als einzigen Garanten oder eine einzige Möglichkeit für einen guten Lebensstandard. Dabei ist die Verwendung moderner Technologien selbstverständlich und das digitale Leben bildet mit der Wirklichkeit eine Einheit. Online werden neue Freunde kennengelernt und berufliche Kontakte gepflegt, welche wiederum das reale Leben beeinflussen und umgekehrt. Auch in der Arbeitswelt ändern die Ypsilons den Alltag und die Moral, denn sie wollen Glücklich sein nicht auf den Feierabend verschieben, sondern sich bereits während der Arbeit erfüllt fühlen und das Gefühl haben etwas Sinnvolles und dem eigenen Charakter Entsprechendes zu tun. So werden auch strenge Hierarchien und Statussymbole als unwichtig angesehen – die Arbeit im Team und Freude am eigenen Tun stehen dafür im Zentrum. Statt nur Befehle auszuführen möchten die Ypsiloner selbst denken, entscheiden und handeln.

Mit dem Wissen, gut ausgebildet zu sein und frei denken zu können, sieht sich diese Generation als fähig selbstständig zu entscheiden, Konsequenzen zu tragen und lebenslang dazu zu lernen. Trotz der Fähigkeit hart arbeiten zu können, steht bei der Generation Y jedoch immer der Ausgleich von Beruf und Freizeit im Vordergrund. Flexible Arbeitszeiten, Sabbaticals oder Homeoffice sind beispielsweise Anzeichen für diesen Wunsch nach Harmonie und einer Balance zwischen Anstrengung und Entspannung, sowie dem Haushalten mit den eigenen Kräften – schließlich könne man ja nie wissen, was kommt und man sollte auch nicht die wirklich wichtigen Dinge wie Glück und Gesundheit aus den Augen verlieren.

 

Veränderungen durch die Generation Y in der Gastronomie

Dieses neue Arbeitsethos hat natürlich auch Auswirkungen auf die Gastronomie und das Arbeiten an Bar, Herd und im Service. Die eiserne Strenge und Härte, welche gerade für die Sterneküche noch vor einigen Jahren charakteristisch war, scheint immer mehr modernen, offenen Konzepten zu weichen. Obwohl die Gastronomie noch immer eine vergleichsweise traditionelle Arbeitswelt ist und auch Hierarchien wie Chefkoch oder Sous-Chef noch vielfach zum Alltag gehören, rückt ein neues Miteinander und das Arbeiten in Teams immer mehr in den Vordergrund. Revolutionäre Gastronomiekonzepte wie beispielsweise die Kitchen Guerillas (http://www.kitchenguerilla.com), eine Gruppe von Köchen, welche unter wechselnden Bedingungen in Off-Locations kochen, sorgen für frischen Wind hinterm Herd und spiegeln das Bedürfnis wieder, nicht nur einen Job zu machen. Man will gleichzeitig auch Gutes tun und sich gut fühlen.

Diese intrinsische Motivation, gut arbeiten zu wollen, um sich glücklich zu fühlen, wirkt sich wiederum auch auf das Bedürfnis nach Eigenverantwortung aus. „Wenn mir mehr Freiraum gelassen wird und ich nicht nur Befehle ausführen muss, kann ich zeige was in mir steckt.“

Mehr Verantwortung und Selbstbestimmung bei der Arbeit in der Gastronomie bewirken so auch eine neue Motivation beim Mitarbeiter. Dieses Bestreben Spaß an der Arbeit zu haben und eigenverantwortlich seine Aufgabe zu erfüllen, treibt zudem den Umsatz in die Höhe, denn, wo früher Zwänge und Druck schlechte Leistungen oder gar Abwehr hervorriefen, können Freiräume und Verantwortung den Mitarbeiter motivieren und ihn so auch zu besseren Leistungen anstacheln. Die Arbeit wird zum Spiel und der Erfolg zum Glücksmoment.

 

Auch der Gast ist ein Ypsiloner

Natürlich kann auch der Gast zwischen 1980 und 1999 geboren sein und die Werte dieser Generation internalisiert haben. Er will eine gute Zeit haben und im Restaurant „Quality Time“ genießen und gut versorgt sein. Er will dabei nicht den Zwängen eines altmodischen Gourmetrestaurants ausgeliefert sein, sondern er möchte eine hohe Qualität erhalten ohne erst mit dem Mercedes vorfahren zu müssen.

Das Aufheben von Zwängen, den Wunsch nach Eigenverantwortung und das Streben zu mehr Ausgleich – all diese angeblichen Charakteristika der Generation Y sollten auch in einem zeitgemäßen und erfolgreichen Gastronomiekonzept beachtet werden, um ein erfolgreiches Miteinander und ein Maximum an Erfolg zu erlangen.

 

Foto: https://unsplash.com/photos/omeaHbEFlN4


Antworten

XHTML: Du kannst diese Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Jetzt für den sell & pick Newsletter anmelden!

Anrede*
Vorname*
Nachname*
Firma*
E-Mail*