Bringt´s was? – So klappt die Zusammenarbeit mit Foodora und Co.!

Fahrradkuriere mit pinken oder türkisen Thermoboxen auf Rücken oder im Korb – die Lieferanten von Delivery-Diensten wie Foodora oder Delieveroo gehören zum alltäglichen und besonders sonntäglichen Straßenbild in jeder größeren Stadt. Dabei sehen sich die immer erfolgreicher werdenden Lieferdienste als Dienstleister für gastronomische Betriebe, die ihre Gerichte nicht selbst ausliefern können. Schließlich übernehmen sie die Zustellung sowie die Zahlungsabwicklung für das Restaurant.

Welche Gefahren lauern allerdings hinter der „pinken Verführung“ und worauf sollte man achten, damit man als Gastronom wirklich von den Delivery-Services profitiert.

Zu hohe Provisionen, fehlende Kontrolle und womöglich noch negative Werbung – die Angst vor einer Zusammenarbeit mit Delivery-Diensten ist teilweise keine unbegründete. Zum einen besteht die Gefahr ein stückweit die Kontrolle zu verlieren, wenn sich eine Marke zwischen den Kunden und das Restaurant schiebt. Denn wenn die Pasta kalt und der Burger matschig ankommen, fällt das sofort auf das Restaurant zurück – selbst, wenn der Qualitätsverlust an einem zu langsamen oder verspäteten Fahrer lag. Außerdem sind die Provisionen der Lieferdienste teilweise recht hoch, sodass bei einer üblichen Kalkulation also nach den Abzügen von Personalkosten, Strom, Miete und Wareneinsatz kaum mehr etwas übrigbleibt. Zudem besteht auf lange Frist gesehen auch die Gefahr einer Monopolbildung.

Noch seien Foodora und Co. auf hochwertige Gastronomien angewiesen, doch in einigen Jahren könnte es sein, dass die Macht auf Seiten der Onlineplattform liege. Diese könnten durch gezieltes Listing diejenigen Partner, die höhere Provisionen zahlten, bevorteilen und ihnen somit zu mehr Kunden verhelfen, so der Investment-Spezialist Leybold von E.Ventures in einem Artikel der Zeit (http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/foodora-lieferdienst-essen-geschaeftsmodell).

Positiv ist bei einer Zusammenarbeit hingegen, dass man als Gastronom größere Absatzmärkte erschließen kann, womöglich neue Kunden für das eigene Restaurant gewinnt und nicht zuletzt durch die niedrige Umsatzsteuer von nur 7% auf das „Außer Haus-Essen“ zusätzlich Gewinne machen kann.

 

Damit man als Gastronom nicht über den Tisch gezogen wird und es tatsächlich zu einer positiven Kooperation und einer Win-Win-Situation mit den Lieferdiensten kommt, sollte man folgende Punkte beachten.

  1. Sorgfältig auswählen

Foodora, Deliveroo und einige kleinere Anbieter – Wer ist der Beste für das eigene Restaurant? Die einfachste Möglichkeit zu testen wer was kann ist, sich einfach mal selbst etwas zu ordern. Am cleversten ist es bei einem Restaurant zu bestellen, das man selbst gut kennt. Schmeckt das Risotto so wie immer? Kommt es warm an? Fairerweise sollte man bei schlechten Ergebnissen eine zweite Chance gewähren, doch der „Selbsttest“ ist meistens der zuverlässigste.

 

  1. Clever verhandeln

Provisionen von 30% sind bei einigen Delivery-Diensten zwar üblich, aber verhandelt kann trotzdem werden. Je nachdem wie stark die gastronomische Marke ist, desto besser die eigene Position, denn schließlich sollte man niemals vergessen, dass die Lieferdienste auf hochwertige, beliebte und bekannte Restaurants angewiesen sind, um selbst – wortwörtlich gesprochen – in aller Munde zu sein. Zudem besteht die Möglichkeit bessere Konditionen auszuhandeln, indem man Exklusivität verspricht und nicht wie teilweise üblich mit verschiedenen Delivery-Diensten parallel zusammenarbeitet.

 

  1. Chancen nutzen

Große Plakatwände mit ihrem Signature Dish im Vordergrund sprengen das Budget des eigenen Betriebes? Gerade Foodora und Deliveroo investieren einiges in Marketing und Werbekampagnen. Angefangen mit Plakatwerbung über Facebook-Marketing bin hin zu hochwertigen Food-Fotos und Imagefilmen. Eine tolle Werbechance, die man als Gastronom in der Vertragsverhandlung nicht außer Acht lassen sollte!

 

  1. Gezielt Selektieren

Eignet sich das Clubsandwich für den Transport und macht das liefern der Suppe überhaupt Sinn? Das Online-Angebot muss nicht unbedingt deckungsgleich mit der In House-Karte sein. Oftmals ist es clever nur bestimmte Gerichte ausliefern zu lassen, damit kein Qualitätsverlust entsteht. Mit Getränken kann man allerdings nur selten etwas falsch machen.

 

  1. Regelmäßig Kontrollieren

Kommen die Speisen beim Kunden auch so lecker an wie im eigenen Betrieb zubereitet? Repräsentiert die Lieferung auch wirklich die eigene Marke? Am besten man bestellt selbst regelmäßig mit dem Delivery-Service im eigenen Restaurant oder bittet Freunde den kleinen Qualitätscheck durchzuführen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – und zwar erst Recht, wenn es um den eigenen Ruf geht.

 

  1. Selbstständig Werben

Letztendlich sollte man niemals vergessen, dass Foodora und Co. als Dienstleister das eigene Produkt ausliefern – und das bei neuen Kunden daheim. Diesen Hausbesuch sollte man gezielt nutzen, um neue Restaurantgäste zu aktivieren. Zum Beispiel kann man als Gastronom kleine Goodies, wie eine Einladung auf einen Aperitif im Restaurant mit in die Tüte packen Auch ein handgeschriebenes Danke-Kärtchen oder ein anderes „Zuckerl“ als Gruß des Restaurants in der Lieferung hinterlässt einen positiven Eindruck beim Kunden.

 

Man sieht also, dass man als Gastronom die Zusammenarbeit mit Delivery-Diensten nicht von vornherein ausschließen sollte. Schließlich können diese tatsächlich als Partner fungieren, welcher neue Gäste und Märkte erschließt. Genau hinschauen, kritisch und selbstkritisch abwägen und dann das Beste herausholen sollte man allerdings trotzdem.

 

Bild: https://hd.unsplash.com/photo-1432752641289-a25fc853fceb


Antworten

XHTML: Du kannst diese Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Jetzt für den sell & pick Newsletter anmelden!

Anrede*
Vorname*
Nachname*
Firma*
E-Mail*