O´zapft is! Mit diesen Tipps wird die Wiesn ein voller(!) Erfolg

Wenn der Sommer langsam in den Herbst übergeht, die Tage kürzer und Abende frischer werden, ist es Zeit für eines der wichtigsten Volksfeste des Alpenraumes – ja vielleicht sogar der ganzen Welt. Das Oktoberfest auf der Münchner Theresienwiese lockt jedes Jahr Besucher von fern und nah und versetzt die Bayrische Hauptstadt in einen Maß-vollen Ausnahmezustand. Dabei teilt es auch die einheimische Bevölkerung in zwei Hälften – jedenfalls mental, denn die Wiesn mit ihren Fahrgeschäften, Brauereizelten und Attraktionen ist für den einen das Highlight des Jahres und für den Anderen eine riesige Plage, welche mit waberndem Biergestank und torkelnden Betrunkenen daherkommt. Egal, ob man nun Liebhaber der Wiesn oder ein Hasser derselben ist; ob man selbst in München wohnt oder extra anreist – ein Besuch des Oktoberfestes ist definitiv ein Erlebnis. Damit beim zünftigen Feiern auch alles glatt läuft, empfiehlt es sich Folgendes zu wissen und zu beachten.

Geschichte
Die erste Wiesn wurde am 17. Oktober 1810 ausgerichtet nachdem ein Lohnkutscher der bayrischen Nationalgarde die Idee hatte, die Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese mit einem großen Pferderennen zu feiern. König Max I. Joseph von Bayern war sofort begeistert und so fand das Volksfest fünf Tage nach der Hochzeit zum ersten Mal statt. Übrigens wurde zu diesem Zeitpunkt auch die große Wiese, auf welcher das Oktoberfest stattfand zu Ehren der Prinzessin auf den Namen Theresienwiese getauft. Nachdem das Volksfest ein voller Erfolg war, wurde es im nächste Jahr wieder ausgerichtet. Zunächst veranstaltete der landwirtschaftliche Verein das Oktoberfest, doch 1819 übernahmen dann die Münchner Stadtväter die Organisation des Volksfestes, woran sich bis heute nichts geändert hat.

Anreise
Da es rund um die Wiesn weder Parkplätze gibt, noch das Autofahren nach dem ein oder anderen Maß Bier empfehlenswert oder zulässig ist, sollte man unbedingt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Fest kommen. Entweder man nimmt die U-Bahn Linien U5 oder U4 direkt bis zur Haltestelle Theresienwiese oder man steigt in eine der S-Bahnlinien und fährt zum nur wenige Schritte entfernten Hauptbahnhof. Ebenfalls eine gute Wahl ist eine Busfahrt mit den Linien 131 / 132 / 134 / 53 oder 58.

Reservierungen
Ja es stimmt, es kann ganz schön kniffelig sein Platz in einem der Zelte zu ergattern. Besonders, wenn man seinen Besuch an einem Abend oder gar am Wochenende plant, empfiehlt es sich daher rechtzeitig – wenn möglich mindestens ein halbes Jahr vorher – eine Tischreservierung zu tätigen. Hierfür gibt es allerdings keine zentrale Stelle, sondern im Vorfeld für jedes Zelt eine extra Telefonnummer, unter der man seine Reservierung, bzw. die Anfrage aufgeben kann. Jedes Festzelt hat auch ein Zeltbüro, bei denen man während der Wiesn anrufen kann. Eine Reservierung ist allerdings kein Muss und die Zelte kosten auch keinen Eintritt – schließlich ist das Oktoberfest noch immer ein Volksfest. Daher dürfen die Wirte auch nur bestimmte Teile des Zeltes für Reservierungen zur Verfügung stellen. So muss beispielsweise die Mitte des Zeltes, das so genannte Mittelschiff um die Kapelle herum, immer frei und offen zugänglich sein. Gerade Gastronomen, die oftmals in den Genuss kommen tagsüber frei zu haben, sei ein Wiesn-Besuch unter der Woche und tagsüber empfohlen. Dank Mittagsspezials in vielen Zelten kann man sich ein paar Euro sparen, man findet immer einen Platz und kann bei schönem Wetter hervorragend die Sonne in den Biergärten rund um die Zelte genießen – Obacht nur vor zu viel Bier, wenn man am selben Abend noch eine Schicht hat!

Essen
Der Klassiker ist das allseits beliebte Wiesnhendl, das man überall knusprig und frisch serviert bekommt. Wer Wert auf Regionalität und Qualität legt, sollte sein Hendl in der Ammer Hühnerbrauerei verspeisen, denn hier werden nur Biozertifiziertes Fleisch und regionale Produkte verwendet. Zum Hendl isst man am besten eine extra große Brezn, die ebenfalls in allen Zelten und auf dem ganzen Gelände von sogenannten „Brotfrauen“ verkauft werden. Ebenfalls eine zünftige Spezialität ist der Steckerlfisch. Dieser „Fisch am Spiess“ wird über dem offenen Feuer gegrillt, wobei die Haut der Fische mit Butter bepinselt wird, damit sie richtig knusprig wird. Die besten Steckerlfische auf der Wiesn gibt es übrigens immer noch bei der Fischer-Vroni.
Auch der Ochs am Spieß, den man am besten in der Ochsenbraterei genießt, erfreut sich als Unterlage für das ein oder andere Maß Bier größter Beliebtheit. Und apropos Bier: Es gibt auf dem Oktoberfest noch zwei Zelte, die bis heute ihr Bier aus echten Holz-Fässern ausschenken. In der Augustiner Festhalle und in der Fischer-Vroni bekommt man das flüssige Gold immer noch aus dem traditionellen Holzfass.

Sicherheit
Bei jeder großen Menschenansammlung und gerade nach den Terroranschlägen der vergangenen Monate ist Sicherheit ein wichtiges Thema. Aber auch der „übliche Wahnsinn“ bestehend aus Diebstahl oder sexuellen Übergriffen sind bei einem Fest, dessen Mittelpunkt schließlich Alkohol ist, leider ein paar Zeilen und Gedanken wert. So gibt es beispielsweise den Arbeitskreis „Sicherheit auf der Wiesn“ zu dem die Festleitung des Oktoberfestes sowie alle beteiligten Behörden gehören. Dieser hat in den letzten Jahren viele Maßnahmen ins Leben gerufen, um die Sicherheit auf dem Oktoberfest noch weiter zu erhöhen. Ob allgemeine Sicherheit, Kinderschutz, Schutz von Mädchen und Frauen, Entzerrung der Besuchermassen, neue Rettungswege, mehr Ordner- und Sicherheits-Personal und vor allem mehr Sicherheit in den Bierzelten selbst – im Anschluss haben wir die wichtigste Notrufnummer und Security Points zusammengestellt. Zudem wird das Festgelände seit 2011 mit insgesamt 180 sog. „Hochsicherheitspollern“ abgesichert. Die Poller, welche von der Polizei gesteuert und überwacht werden, sind zum Teil versenkbar und fahren dann bei Gefahr einfach automatisch aus dem Boden.

Wiesn Security Point
Frauen und Mädchen, die auf dem Oktoberfest belästigt werden oder aus einem anderen Grund Hilfe suchen, erhalten hier von Fachfrauen (Psychologinnen und Mitarbeiterinnen der Organisationen AMYNA, IMMA und des Frauennotruf München) schnelle und unbürokratische Hilfe.

Notfallnummern
Frauennotruf München: (089) 703048
Wiesn-Polizei / -Wache: (089) 500 3220

Wiesn-Fundbüro: (089) 233 30298

 

Foto: https://unsplash.com/search/beer?photo=gvm_Kmm3-9o


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