Der Flow und wie man ihn im Gastronomie Alltag nutzen kann

„Go with the flow!“, „Workflow“, „Let it flow!“ – Wir alle kennen und benutzen Ausdrücke und Sprichworte, welche sich um das englische Wort „flow“ drehen. Doch was hat es mit diesem ominösen F-Wort überhaupt auf sich? Was kann er, dieser flow und wie setzt man ihn am besten im Gastro-Alltag ein?

Flow, zu Deutsch „fließen“ oder „strömen“ bezeichnet einen Zustand, in welchem man komplett in einer Tätigkeit aufgeht, Ort, Zeit und alles um einen herum vergisst und sich völlig in eine Sache vertieft. Dies kann beim Sport genauso passieren, wie bei Musik, bei geistiger Arbeit oder bei künstlerischen Tätigkeiten. Teilweise kann dieses entrückte Flow-Gefühl sogar so weit gehen, dass man Schmerzen, Hunger- oder Durstgefühle vergisst und im wahrsten Sinne des Wortes über seine eigenen Grenzen geht und über diese hinauswächst. Vielleicht kennt der ein oder andere dieses Rauschgefühl am ehesten aus seiner Kindheit, als man völlig weltvergessen im Rollenspiel oder auch beim Spielen mit Puppen, Bauklötzen oder Lego alles um einen herum vergaß – bis dann Mutti mit Mittagessen oder Hausaufgaben den schönen Flow über den Haufen rannte. Ebenso wie beim Kinderspiel kennen einige diese Art der Weltvergessenheit sicherlich auch von Computerspielen, bei welchen man sich oftmals fragt, wie schnell die Zeit vergangen ist.

Dass der Flow und das Spiel eng zusammenhängen, wusste – wenn auch noch mit anderen Bezeichnungen – bereits der Dichter und Denker Friedrich Schiller, welcher bereits im 18. Jahrhundert konstatierte

„… der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Oder, wie Psychologe Siegbert A. Warwitz es ausdrückt: „Urbild des Menschen im Flow ist das spielende Kind, das sich im glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins befindet“.

Menschsein, Ich-Sein, ganz Bei-sich-sein im Spiel – das ist doch ein bekanntes Gefühl. Und wäre es nicht praktisch, dieses Gefühl auch auf unseren Job-Alltag, welcher ja eher Pflicht als Spaß ist, zu übertragen? Es lohnt ich also einmal genauer hinzuschauen, welche Umstände einen so richtig in den Flow bringen.

 

Einklang von Anforderung und Fähigkeit

Damit man so richtig los-fließen und -legen kann, muss man das Gefühl haben, einer Aufgabe gewachsen zu sein. Dabei ist es wichtig, sich weder über-, noch unterfordert zu fühlen. Man darf also weder gelangweilt noch total verängstigt durch eine ach so unüberwindbar-scheinende Anforderung sein. Das kommt uns doch aus unserem Gastronomie-Alltag bekannt vor!

Es gibt Tage und Schichten, da passiert so rein gar nichts, man steht sich die Beine in den Bauch und ist durch ein Fehlen an Herausforderung, sprich Gästen, schlicht gelangweilt und demotiviert. An anderen Tagen rennen einem die Kunden „die Bude“ ein, man ist unterbesetzt und überfordert und will am liebsten ganz schnell zur Hintertür abhauen. Ok, wie viele Gäste kommen, hat man nicht direkt und immer in der Hand. Die Aufgaben, welche man bewältigen muss, kann man aber meistens schon beeinflussen. Du bist neu in einem Restaurant und kennst dich noch nicht so gut aus? Bitte die Schichtleiter dir erst einmal etwas einfachere Aufgaben, Schichten oder Posten zuzuteilen, anstelle dich gleich ins kalte Wasser und zur Prime Time alleine an den Tresen zu stellen. Und selbst wenn du bereits ein alter Hase bist, gibt es Tage an denen du müde und weniger leistungsfähig bist. Starte solche Schichten, wenn es geht, mit Tätigkeiten, welche dir Spaß machen, und taste dich dann an schwierigere oder unliebsamere Pflichten heran. Denn, wenn du das Gefühl hast, „alles im Griff zu haben“ und dabei trotzdem gefordert zu sein, läuft es plötzlich wie von selbst!

 

Rückmeldung und Belohnung

Die zweite Sache, die wichtig ist, um einen Flow zu erleben, ist eine klare Rückmeldung auf deine Bemühungen. Jeder Gamer kennt es: Das nächste Level zu erreichen, ist so verlockend, dass man alles um sich herum vergisst und wie im Rausch versucht alle Aufgaben zu bewältigen. Und auch das Kind mit seinen Bauklötzen ist völlig im Flow, wenn das gebaute Haus steht und es macht sich garantiert sofort noch daran, eine Bauklotz-Garage für sämtliche Super-Flitzer an zu bauen. Doch wie ist das in der Gastronomie? Zum einen kann man vom Verhalten der Gäste in einem gewissen Maß auf die eigene Leistung schließen. Trinkgeld ist ebenfalls ein guter, wenn auch relativer Indikator. Doch was ist, wenn der Gast einfach nur schlecht drauf ist oder man gar nicht im Service, sondern fernab von den Gästen in der Küche vor sich hin werkelt? Systeme wie sell & pick sind da eine lässige Alternative, welche die Arbeit mit einem Finger-Tippen in ein Spiel verwandeln können. Jeder Mitarbeiter kann sich hier nämlich seine eigenen zu erreichenden Challenges setzten, welche er innerhalb einer Schicht oder innerhalb eines längeren Zeitraums erreichen will. Zum anderen kann auch der Betriebs- oder Restaurantleiter Goals für das Team festlegen, bei deren Erledigung so genannte Cheers oder sogar handfeste Belohnungen warten. Für das Erfüllen unliebsamer Aufgaben kann man sich zudem ebenfalls Cheers von seinen Kollegen holen. So ist zu jeder Zeit eine Reaktion auf die eigene Arbeit visuell erkennbar und man hat die eigenen Leistungen in einer grafischen Kurve im Blick. Ähnlich wie bei einem Computerspiel wird man daher dazu „angeheizt“ weiter zu machen, besser zu werden und mehr zu geben und … hoppala ! Da ist die Schicht schon rum und wie im Flow vergangen.

 

Natürlich wird durch eine vermehrte Aufmerksamkeit bezüglich der Flow-Theorie der Job kein Ponyhof und nicht jede Sekunde zum puren Spaß. Ein Flow-Zustand ist auch kein Acht-Stunden-Dauerhigh, dennoch kann man seine eigene Motivation, die Leistungen von sich und seinem Team sowie die eigene Lebensqualität durch einige gezielte Änderungen im Arbeitsalltag ein bisschen angenehmer machen, seine eigenen Leistungen verbessern und ein bisschen fluffig, flow-iger durch den Tag kommen.


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