Arbeitsleben digital: Wie neue Medien unseren (Berufs-) Alltag verändern

Schreibmaschinen, Aktenordner, Nachschlagewerke und Füllfederhalter – dort, wo früher sorgfältig geblättert, vorausschauend notiert und zackig abgehakt wurde, wird heute ein bisschen gescrollt, kurz geklickt und ein schneller Reminder in die Cloud gesendet.

Unsere Arbeitsbedingungen und der Joballtag haben sich in den letzten Jahrzehnten komplett verändert.

 Viele Vorgehensweisen, Techniken oder gar ganze Berufsgruppen sind von der Bildfläche verschwunden, beziehungsweise durch den Computer-Bildschirm verdrängt worden. Der technische Fortschritt am Arbeitsplatz ist fast schon tagtäglich spürbar und stetig auf dem Vormarsch.

Doch ist die Digitalisierung des Arbeitslebens für uns tatsächlich ein Fortschreiten, also ein Schritt nach vorne, der uns weiterbringt?  Oder bergen Neuerungen wie Clouds, Smartphones und Email nicht auch Rückschritte für den Menschen?

Der richtige Umgang mit der digitalen Transformation von Arbeitnehmer oder -geber mit den stetigen Veränderungen ist wichtig, sodass man entspannt auf der Welle mit reitet, aber dabei nicht den eigenen Rhythmus verliert. 

 

Grenzenlose Möglichkeiten oder ausufernde Belastung?

Ganz klar: die Digitalisierung ist weder aufzuhalten, noch zu verteufeln, denn schließlich hat sie das Arbeitsleben durchaus positiv beeinflusst und in den letzten Jahrzehnten zu vielen Vorteilen geführt.

Ein entscheidender Gewinn für den Joballtag ist beispielsweise eine erhöhte Flexibilität des Einzelnen sowie von ganzen Unternehmen. Dank Skype, Email oder digitalen Working-Plattformen ist es heutzutage ein Kinderspiel tagtäglich für eine Firma zu arbeiten, die eigentlich tausende Kilometern entfernt vom eigenen Schreibtisch angesiedelt ist.

Und selbst, wenn das Büro ums Eck ist, kann man als Arbeitnehmer durch die modernen Kommunikationsmöglichkeiten ganz entspannt Homeoffice machen oder sich kurz via Call mit dem Chef absprechen ohne wie früher erst stundenlang Termine mit der Chefsekretärin auszumachen, um dann irgendwann eine Audienz gewährt zu bekommen.

 

Die Kommunikation ist schneller geworden. Es ist – selbst über Zeitzonen und Kontinente hinweg – einfacher und unkomplizierter geworden, miteinander in Kontakt zu treten, zu sprechen und so auch miteinander zu arbeiten. Kurzum: Eigentlich kann man sich seine Arbeitszeit sowie die Verortung der eigenen Arbeit freier einteilen und selbst entscheiden, wann und wo man seinen Job erledigen mag.

Eigentlich. Uneigentlich führt diese ständige Erreichbarkeit jedoch auch zu einem Verschwimmen der Grenzen zwischen freier Zeit und Job, Privatem und Beruflichem.

Eine solche Dauerbelastung durch piepende Emails am Sonntagnachmittag, Mails Checken mitten in der Nacht oder Skype-Meetings am Feiertag kann – im schlimmsten Falle – zu einem Burn-Out führen.

Irgendwann kommt man eben nirgendwo und zu keiner Zeit mehr zur Ruhe, denn schließlich will, soll und kann man ja auch überall und ständig via Handy, Laptop und Co. erreichbar sein, kommunizieren, reagieren und… ja genau: arbeiten.

 

Freundlich und sozial oder chancenlose Freunderlwirtschaft?

 Auch die digitale Vernetzung durch Soziale Medien wie Xing, Linked Inn oder Facebook sind ein zweiseitiges, Multimedia-Schwert.

Einerseits ist es ein großer Vorteil für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, durch die Netzwerke mit potentiellen neuen Mitarbeitern bzw. Arbeitsplätzen in Kontakt treten zu können – angefangen von Headhunting oder Bewerbungsprozessen bis hin zum Netzwerken am eigenen Arbeitsplatz mit Kollegen oder der Chefetage.

Auch gelingt es durch die innovative Software-Plattform von sell & pick die Mitarbeiter eines Betriebes oder eines Konzerns mit Hilfe von Gamification-Elemente zu vernetzten und für ein positives Miteinander am Arbeitsplatz sowie eine extreme Steigerung der Motivation des Einzelnen sorgt. Arbeit wird zum Spiel und der Kollege zum echten Team-Buddy.

 

Auch andere soziale Netzwerke wie Facebook können eine positive Auswirkung auf das berufliche Umfeld und somit das Arbeitsklima haben. Denn es ist nicht prima und fördert zeitgleich die Kommunikation untereinander, wenn man auf Facebook sieht, dass der neue Kollege ja ebenfalls ein passionierter Fußballer ist und man doch mal zusammen eine Runde kicken gehen könnte?

 Ziemlich doof könnte das Ganze allerdings werden, wenn man ein lässiges Strandbild postet und eigentlich krankgeschrieben ist. Über ein Like vom Chef kann man sich da nämlich auch nicht mehr wirklich freuen.

 

Fakt ist, dass diese Durchschaubarkeit und soziale Transparenz dem Einzelnen und Unternehmen auch zum Nachteil werden kann und – seien wir mal ehrlich – kein noch so professionelles Xing-Profil kann den persönlichen Kontakt und ein reales Gespräch wirklich ersetzen.

 

Neue Chancen oder verdrängte Talente?

Eine weitere recht kehrseitige Medaille ist auch die Tatsache, dass neue Technologien viele Arbeitsschritte erleichtern oder gar ersetzen.

Durch intelligente Software wird menschliche Arbeit in manchen Bereichen auf diese Weise überflüssig oder wertet sie finanziell ab. Das beginnt beim Onlineshopping, bei welchem wir weder Verkäufer noch Kassierer brauchen und hört beim Online-Banking, ganz ohne Kontakt zu einem Bankangestellten, auf.

Viele Berufe verlieren dadurch an sozialer Bedeutung oder aber die Gehälter für eigentlich „ersetzbare“ Tätigkeiten werden gesenkt, weil die entsprechende Technik günstiger zu haben wäre.

Andererseits schaffen neue Medien auch neue Berufe – man denke an Social Media Manager, Online Redakteure oder Informatiker.

 Und es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass sich viel Jobs in Bereiche verlagern, in denen Kreativität und Intelligenz gefragt sind. Das „grobe Drumherum“ fällt durch die Digitalisierung und moderne Techniken weniger ins Gewicht oder erledigt sich von selbst, sodass wir uns vermehrt auf die wirklichen Inhalte und kreative Findungsprozesse konzentrieren können.

 

Alles in allem kommt es vermutlich bei diesem, im Stechschritt marschierenden Fortschritt und sämtlichen, galoppierender Neuerungen darauf an, nicht ins Stolpern zu geraten oder sich gar abwerfen zu lassen.

 

Auch wenn viele Entwicklungen nicht aufzuhalten sind, sollte jeder Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer der zunehmenden Digitalisierung mit einem gewissen, reflexiven Abstand entgegentreten, sodass Vorteile gezielt genutzt und Nachteil vorausschauend vermieden werden können.

Und eine Sache sollte dabei niemals vergessen werden: Die Neuerungen mögen zwar im gestreckten Galopp durch die Arbeitswelt hindurch fegen, doch es liegt immer noch an uns, in welchem Rhythmus und mit welcher Schnelligkeit wir auf der Rennbahn des Joballtags und der Arbeitswelt unterwegs sind.


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