Emotionale Intelligenz und Personalführung – Warum man als Chef ein Teamplayer sein muss

Wer früher zur Arbeit ging, tat das um Geld zu verdienen, die Familie zu ernähren. Eine Festanstellung und optimaler Weise die lebenslange Zugehörigkeit zu ein und demselben Unternehmen galt als erstrebenswertes Ziel. Arbeiten war Sicherheit.

In der jungen Generation – und sicher auch immer stärker in den jüngeren, die folgen werden – ist Arbeit in erster Linie Selbstverwirklichung. „Do more of what makes you happy!“ – diesen Spruch findet man so ziemlich auf allem wieder, was die Merchandise-Industrie nur bedrucken kann – Tassen, Poster, Shirts. Kein Wunder!

Denn was wir heute wollen, ist leben, glücklich sein, Sinnvolles tun – für uns und die Gesellschaft. Nicht nur Geld verdienen. Es ist ein Lebensgefühl. Der Arbeitnehmer, der solche emotionalen Strömungen seiner Zeit versteht, wird erfolgreich sein.

Den Standpunkt seines Gegenübers nachvollziehen können, in anderen Menschen lesen, sie auch innerlich „abholen“ – das versteht man im Allgemeinen als emotionale Intelligenz. Gewissermaßen ist es eine höhere Stufe der Sozialkompetenz . Denn sie verlang nicht nur, dass ich mich höflich und sozialkonform verhalte, sondern mich zudem noch flexibel auf den anderen Menschen einstellen kann.

Während unsere Elterngeneration – und mehr noch die durch den Krieg gebeutelte Großelterngeneration – durch einen gut gefüllten Gehaltsbeutel begeistert werden konnten, wollen wir uns heute voll und ganz mit dem identifizieren können, was wir tun. Der Arbeitnehmer von heute ist anspruchsvoller geworden was die menschliche Komponente angeht – er will für das begeistert werden, für das er jeden Tag arbeitet. Er will sich damit identifizieren können, ein Teil davon sein.

 

So sagt es beispielsweise der bekannte Autor und Unternehmensberater Simon Sinek in seiner vielgelobten TED-Speech in der er selber auf eine sehr inspirierenden, weil leidenschaftliche Weise erläutert, warum manche Führungspersönlichkeiten ihr Gegenüber zum Handeln bewegen und andere eben nicht.

Es ist, weil sie eine Vision haben. Eine Vision die sie authentisch wiedergeben können. Und damit den Funken auch bei anderen Menschen überspringen lassen, sie für ihre Sache begeistern können und in ihnen den Willen wecken, Teil des Ganzen sein zu WOLLEN. Von etwas, das es sich lohnt mit vollem Herzblut und Tatendrang zu unterstützen – nicht in erster Linie des Geldes wegen. Sondern weil das Mitwirken einen emotionalen Mehrwert hat für das eigenen Leben.

Warum sind manche Führungspersönlichkeiten erfolgreicher als andere? Wenn es nach Simon Sinek geht, liegt es einzig und allein an der Art wie sie kommunizieren. Er sagt: People don’t buy what you do, they buy why you do it. Sprich: Es ist die Geschichte hinter deinem Produkt, die die Menschen dafür begeistern wird. Nicht in erster Linie das Produkt selber.

Das gilt für potentielle Kunden ebenso wie für Mitarbeiter. Versteht das Team den Sinn, die Idee und die Vision hinter dem Unternehmen, und kannst du es für diese Hintergründe begeistern, es dafür brennen lassen,  wird jeder einzelne von ihnen jeden Morgen einen triftigen Grund haben, aufzustehen und sich für deine Sache einzusetzen – mit allem Talent und aller Einsatzkraft, die er aufbringen kann. Ganz von alleine, einfach weil er davon überzeugt ist, etwas Sinnvolles, Richtiges und Gutes zu tun. Statt dem schnöden Mammon hinterherzulaufen in einem Hamsterrad, das ihn niemals irgendwo hinführen wird.

 

Wer heute auch die menschliche Komponente im Zuge behält und Emotionale Intelligenz als eine Stütze für seine Geschäftsidee einbezieht, wird langfristig ein gutes Fundament haben. Denn in Zeiten von hoher Fluktuation bei Arbeitskräften, Remote Working und Freelancertum kann man gute Mitarbeiter nur dann an sich binden, wenn man sie auch persönlich begeistern kann.

 

Und das funktioniert erwiesenermaßen am besten, wenn man ihnen aufzeigt, dass sie an etwas Großem teilhaben. Auch förderlich: immer mal wieder ein kleines Lob oder/ und ein freundliches Wort. Wird leider viel zu oft von Führungskräften vergessen. Dabei kostet es rein gar nichts, ist aber unheimlich effektiv. Denn die Zeiten des autoritären, herrschaftlichen Chefs mit der Peitsche in der Hand sind nun wirklich vorbei. Indem man Macht ausspielt, zerstört man als Arbeitgeber heute mehr, als dass man die Geschäftszahlen pusht.

 

Chefs müssen heute Teamplayer sein, die auf Augenhöhe moderieren, agieren und vor allem ihre Leidenschaft kommunizieren. Wer seine Emotionale Intelligenz anwendet, wird andere mitreißen. Und gemeinsam die Vision in die Tat umsetzen können. Und zwar mit Erfolg.


Antworten

XHTML: Du kannst diese Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Jetzt für den sell & pick Newsletter anmelden!

Anrede*
Vorname*
Nachname*
Firma*
E-Mail*