Mitarbeiterschulungen: E-Learning versus face to face

Das Herzstück einer jeden Firma – sei es das kleine Startup, das alt eingesessene Familienunternehmen oder auch der omnipräsente Marktriese – sind qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Das scheint heute in Zeiten des Fachkräftemangels wichtiger als je zuvor. Da überrascht es nicht, dass Mitarbeiterfortbildungen in den meisten Firmen ein sehr präsentes Thema der Personalentwicklung sind. Zudem ist es in unserer schnelllebigen Zeit längst so geworden, dass ein Arbeitnehmer seinen Lernprozess nicht etwa mit der Ausbildung zum Job oder mit der Eingliederung in eine neue Stelle beendet. Aufgrund sich ständig entwickelnder Technik, fortschrittlicher Betriebssysteme, die immer effizienter werden und weiterer moderner Entwicklungen in Sachen Arbeitsalltag, ist es dem Arbeitnehmer ebenso wie dem Arbeitgeber nicht möglich, fachlich stehen zu bleiben. Ständiger Fortschritt und Neuentwicklungen müssen aufgenommen, verarbeitet und im Büroalltag implementiert werden, damit das Unternehmen weiter am Puls der Zeit und somit erfolgreich arbeitet.

Mitte der 1980er Jahre hatte ein Mitarbeiter im Schnitt noch 75 Prozent des Wissens parat, welches er für seinen Arbeitsalltag benötigt. Vor rund 10 Jahren waren es schlichtweg nur noch 10 Prozent! (Quelle: Robert Kelley, Carnegie-Mellon University/ Robert Kelleys longitudinal study with knowledge workers) Das zeigt eindeutig: Wissensvermittlung ist heute kein einmaliger Prozess mehr. Vielmehr sind wir darauf angewiesen zu wissen, WIE und WO wir den Großteil unseres Wissens abrufen können – und zwar in hochaktueller Form! Das Kredo lautet: Wissen ist, zu wissen wo es steht. Zudem geht der Trend eindeutig zum “lebenslangen Lernen”. Heißt: wir müssen uns ständig weiterentwickeln.

 

Selbiges gilt natürlich auch für die Systematiken mit denen wir lernen. Reine Lehrveranstaltungen face to face werden längst durch etwaige E-Learning Systeme ersetzt. Aber wie sehen die aus? Und bedeutet das, dass der menschliche Kontakt in Sachen Mitarbeiterausbildung ausgedient hat? Fakt ist: die sich ausbreitende Digitalisierung der Bildung eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Wissensvermittlung. Die Aufgabe eines Unternehmens, bzw. deren Personaler und Geschäftsleitung besteht heute darin, den Überblick in diesem immer komplexer werdenden Markt zu behalten und für die eigenen Mitarbeiter die individuell richtigen Lösungen anzuwenden.

 

Das ist aber durchaus als eine große Chance zu sehen. Denn: Der Facettenreichtum der innovativen E-Learningsysteme unserer Zeit gibt einem Unternehmen vielmehr die Möglichkeit, das passende Portfolio zusammenzustellen, um die ganz individuellen Bedürfnisse an ein Weiterbildungskonzept für die eigenen Mitarbeiter zu befriedigen. Besonders beliebt und auch in Zukunft weiter stark im Kommen sind laut einer Umfrage des MMB-Instituts für Medien- und Kompetenzforschung bei Personalern großer Firmen: 1. Mobile Anwendungen wie Apps, 2. Blended Learning, also ein Mix aus Präsenztraining und E-Learning, 3. Micro Learning, eine recht junge Web-Lerntechnik, bei der kleine Contenteinheiten und Testfragen online abgerufen werden können. Die Software speichert den individuellen Lernfortschritt des Mitarbeiters und passt die Fragestellungen und Häufigkeit dem entsprechend an. Und schließlich 4. Kurze Erklärvideos (Quelle: Statist 2017).

Immer mehr der neuartigen Ansätze zielen dabei nicht auf eine einmalige Schulungssituation der Mitarbeiter ab, sondern sind als mobiles Nachschlagewerk gedacht.

 

Die Vorteile des E-Learnings liegen auf der Hand: Angefangen bei der ständigen Verfügbarkeit und Wiederholbarkeit nach individuellen Bedürfnissen und der eigenen Auffassungsgabe, über die Ortsunabhängigkeit bis hin zu dem finanziellen Vorteil, der sich durch das Ausbleiben der Kosten für Personal, Seminarraum, Anfahrten der Teilnehmer etc. ergibt.

 

Dennoch hat auch die face to face Variante einen entscheidenden Vorteil, den es nicht zu unterschätzen gilt: die menschliche Komponente. Zentral bei jeder Lernerfahrung sind zwischenmenschliche Interaktionen, spontane Diskussionen, sowie das gemeinsame Lernen und die gemeinsame Entwicklungserfahrung. Wenn ein begeisternder Seminarleiter mit seinen Teilnehmern arbeitet, sind Emotionen im Spiel, die die persönliche Lernsituation unschlagbar machen. Denn wie wir (schon seit der Schulzeit) wissen: was in uns Emotionen auslöst, bleibt länger hängen. Und jemand, der den Content nicht nur verständlich rüberbringt, sondern dabei auch eine gewisse Leidenschaft empfindet und vermitteln kann, der bringt Emotionen ins Spiel, die digitale Medien nicht erzeugen können. Darum sollte man selbige als Ergänzung anwenden, aber niemals als (kostengünstige) Alternative zur Live-Erfahrung einer Weiterbildung.

 

Nichts anderes ist das sogenannte Blended Learning – mittlerweile eine viel praktizierte und anerkannte Strategie der betrieblichen Weiterbildung (s.o.). Als besondere Mischform hat sich noch das sogenannte Webinar etabliert: ein Online-Meeting, bei der die Lehrperson live über einen Stream und Gruppenchat mit den Teilnehmern kommuniziert. Wir sehen: Das klassische Präsenzseminar hat also bei weitem nicht ausgedient. Vielmehr geraten vermehrt E-Learning Strategien auf den Vormarsch, die als Möglichkeit genutzt werden können, um die klassische Weiterbildung zu ergänzen und damit effektiver zu gestalten.

 

Ein Unternehmen das diese Ergänzung praktiziert und damit die Stärken beider Formen nutzt, wird ein sehr erfolgreiches Weiterbildungskonzept für sich und seine Mitarbeiter stricken können. Und dabei folgende wichtige Ziele der Fortbildung verfolgen können:

  1. Innovation fördern: je ausgebildeter mein Team ist, desto eher wird es Möglichkeiten zur Innovation erkennen.
  2. Die Produktivität erhöhen: ein qualifizierter Mitarbeiter arbeitet schneller und effektiver.
  3. Risiken minimieren: ein gut ausgebildeter Mitarbeiter macht weniger Fehler. Und zuletzt der vielleicht sogar wichtigste Punkt:
  4. Die Aufwertung der Mitarbeiter. Wer Fortbildungsmöglichkeiten schafft, sendet seinem Team eine wichtige Message: ihr werdet geschätzt und darum auch gefördert – eine nicht zu unterschätzende Botschaft zwischen den Zeilen. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt, nicht nur des Artikels, sondern auch eines jeden Unternehmenserfolgs wären: das Herzstück einer Firma ist der motivierte Mitarbeiter.

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