Big Data im Arbeitsalltag – Was bringt’s?

Big Data – schon der Begriff klingt irgendwie bedeutend. Und ebenso bedeutend wie es kling, ist das Phänomen auch. Sowohl für die Entwicklung unserer Wirtschaft, einzelner Unternehmen, aber auch für den Alltag des einzelnen Verbrauchers. Aber was bedeutet Big Data eigentlich genau? Und wie kann der Mittelstand seine Vorteile daraus ziehen? Wie kann und wird Datenanalyse in unseren Arbeitsalltag einfließen?

Big Data – das sind zunächst einmal, wie der Name schon sagt, große Datenbestände – SEHR große Datenbestände. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Quellen zusammen und werden quasi in Echtzeit angepasst, sodass die darin enthaltenen Informationen ständig aktuell sind. Und genau das macht sie so wertvoll. Wer zum Beispiel soziale Medien und/ oder Kundenkarten, Kreditkarten, Navigationssysteme etc. nutzt, trägt ständig dazu bei, dass die schier unendliche Flut an messbaren digitalen Informationen größer wird.

Das weltweite Informationsvolumen verdoppelt sich laut einer Erhebung der IT-Analyse IDC seit 2013 im Zweijahrestakt – und wird das noch bis 2020 weiterhin tun – so die Prognose der Experten. Das sind 44 Zettabyte, die bis 2022 sowohl Verbraucher, als auch Unternehmen, Maschinen etc. anhäufen werden. Im Kleinen heißt das: jede einzelne Person produziert im Schnitt zwei Megabyte Daten pro Minute. Das hört sich erst einmal etwas befremdlich und auch unheimlich an. Aber wenn man begreift, wie sich diese Daten in so ziemlich allen wichtigen Bereichen unseres Lebens effektiv nutzen lassen, schlägt diese Ansicht schnell um.

 

Wertet man Big Data mit statistischen Methoden aus, können nämlich Zusammenhänge sichtbar werden, die wiederum ökonomisch nutzbar sind. Laut des Harvard Business Magazins stehen Unternehmen im deutlichen Wettbewerbsvorteil, die Daten auswerten und entsprechend nutzen – also aus ihnen lernen. In Zahlen: Datengetriebene Unternehmen derselben Branche zeichnen insgesamt das führende Drittel ab und können einen erhöhten Profit von durchschnittlich fünf Prozent vorweisen. Kein Wunder, schaut man sich das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts zu intelligenten Analyse- und Informationssystemen an. Demnach fördern Letztere nämlich sogar das Innovationspotenzial eines Unternehmens.

 

Das übergeordnete Ziel der Datenerhebung: über die Wünsche und das Verhalten der Kunden lernen, sowie auch über Trends, Bewegungen und Entwicklungen der Branche. Um demnach Dienstleistungen und Produkte individualisieren zu können, intelligente Services zu entwickeln oder aber auch einfach „nur“ das große Uhrwerk „Unternehmen“ effektiver und effizienter ineinander laufen zu lassen.

 

Besonders oft hält der Einfluss von Big Data in den Bereichen Marketing und Vertrieb Einzug. Die Datenanalysen helfen den Absatz vorauszusagen, Preise zu bilden und vieles mehr. Big Data gestaltet in diesem Punkt Buchhaltung und Controlling effizienter, denn natürlich können die Zahlen weitaus schneller abgerufen und in ein Verhältnis zueinander gebracht werden. In der Finanzbranche können mithilfe von Datenerhebung und Analyse Risiken minimiert werden und so die Zahl der Betrugsfälle geschmälert werden. Sensordaten, die Maschinen in Fabriken speichern, können deren Wartung vereinfachen und optimieren. Logistikunternehmen verbessern ihre Lieferprozesse.

Besonders hervorzuheben ist natürlich auch der erfolgreiche Anteil der Big Data Nutzung im Bereich Medizin. Ärzte, die beispielsweise Krebsstudien auswerten, entdecken Krankheitsursachen und deren Abläufe – Informationen, die Ihnen ohne digitale Analyse wohl vorenthalten blieben, zumindest aber viel länger auf sich warten lassen würden, was letztlich Leben kostet. So weit können die Errungenschaften durch digitale Datenanalyse gehen – sie gestalten letztlich nicht nur unseren Alltag effizienter, sondern können sogar unsere Lebensqualität verbessern.

 

Und wie sieht es auf Seiten der Kunden aus? Klar, viele Kunden stehen bis heute der Datenerhebung skeptisch gegenüber. Die meisten schätzen aber individualisierte Angebote und Services. Sind die Wünsche, Bedürfnisse und Anforderungen der Zielgruppe bekannt, kann man auf sie eingehen und das steigert die Zufriedenheit. Analysen von Transaktionsdaten ermöglichen es Anbietern, jeden Kunden persönlich anzusprechen. Das erhöht die Chance, Interessenten langfristig zu binden und Folgekäufe anzustoßen. Darum ist es wichtig ein gutes Mittelmaß zu finden – heißt: sensibel und sorgsam mit Big Data umgehen. Kunden wollen, dass man sie persönlich anspricht – aber eben nicht, dass man vor ihrer digitalen Haustür steht und ungefragt eintritt. Diese Grenze sollte ganz klar beachtet werden, wenn langfristiger Erfolg durch Datenanalysen angestrebt wird.

 

Fakt ist: Jeder Unternehmer sollte auf dem heutigen Stand sein Business möglichst gut kennen. Welche Produkte verkaufe ich am besten und welche funktionieren nicht so gut und was sind die Gründe dafür? Was wünschen sich meine Kunden oder meine Mitarbeiter? An welcher Stelle macht eine Marketingaktion Sinn und wo muss ich meine Produktpalette überdenken? Daten sind das Gold der heutigen Zeit – aber es reicht nicht sie zu besitzen! Man muss sie auch verstehen, kombinieren und zielführend einsetzen können.

 

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