Stress ist nicht gleich Stress – Wie man den individuellen Flow findet

Höher, schneller, weiter – um den Anforderungen unserer schnelllebigen Zeit Stand zu halten, streben wir immer und überall nach Optimierung. Wir stopfen unsere Terminplaner voll, nutzen jedes noch so kleine Zeitfenster beim Warten auf Bus und Bahn („Nur wer unmittelbar auf Kundenwünsche reagiert, wird erfolgreich sein im Job!“), legen abends noch schnell eine Koch-Session ein („Die Kinder müssen doch die ganze Woche gesund essen!“) und setzen uns sogar in der Freizeit die höchsten Ziele („Noch immer nicht die 10.000 Schritt-Marke erreicht!“)

 

Negativer vs. Positiver Stress

Volle Terminkalender, ständige Erreichbarkeit, steigende Anforderungen, erhöhter Leistungsdruck und dann noch das Ideal sich, sowohl beruflich als auch privat, zu verwirklichen. All diese Faktoren schreien geradezu nach Unausgeglichenheit. Stress ist für uns heute nicht mehr wie noch bei unseren Eltern eine gelegentlich vorkommende Erscheinung – er ist nahezu immer und überall präsent. Das Problem: In stressigen Phasen schüttet der menschliche Körper vermehrt die Hormone Cortisol und Adrenalin aus. Damit steigt der Blutdruck, was den kompletten Organismus belastet. Über längere Zeit anhaltender Stress hat also enormen Einfluss auf unsere Gesundheit. Die gute Nachricht lautet aber: neben dem negativen „Disstress“, der uns belastet und gesundheitsschädlich ist, gibt es auch den sogenannten „Eustress“ – der positive Stress, der uns inspiriert und unsere Leistungsstärke und Lebensfreude fördert.

 

Was positiver Stress mit uns macht

Dieser wertvolle „Eustress“ kann uns also sogar zu Höchstleistungen anspornen. Zwar stellt auch er für den Körper kurzfristig eine Belastung dar, fördert aber auf lange Sicht die Gesundheit. Denn er fordert uns heraus. Und sorgt für mehr Ausgeglichenheit und Vitalität. Anstehende Tasks und Challenges meistern wir durch das positive Adrenalin-Training mit Links, denn wir schaffen es leichter unwichtige Details zu filtern und unseren Fokus auf die wichtigen Dinge zu legen. Eustress, ein echter Antriebsmotor und ein Kreativitätsquell!

 

Was negativer Stress mit uns macht

So gut uns positiver Stress tut, so schädlich kann der negative für unsere Gesundheit werden. Vor allem, wenn die Belastungen über eine längere Zeit andauern. Wer sich zu viele Termine, und To-Do’s auferlegt, um möglichst effizient zu leben und zu arbeiten, der wird im Endeffekt genau das Gegenteil erreichen. Denn was folgt ist die schlechte und belastende Form des Stresses – der Disstress. Und der führt zu einer verminderten Leis­tungsfähigkeit. Adrenalin- und Blutzuckerspiegel steigen an, das Hormon Cortisol fördert die Einlagerung von gefährlichen Bauchfetten und der Blutdruck wird erhöht. Unser Körper reagiert, indem er blockiert. Wie genau sich das äußert, ist ein individueller Vorgang – der eine bekommt Migräne, der andere Magenbeschwerden, wieder andere leiden an Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche oder sogar an allem gleichzeitig. Auch positiver Stress kann übrigens solche gesundheitlichen Folgen haben – denn auch von ihm brauchen wir Ruhephasen.

 

Wie wir schädlichen Stresseinflüssen entgegenwirken können

Eine goldene Regel – oder besser gesagt einen unumstößlichen Fakt – sollten wir uns an dieser Stelle alle hinter die Ohren schreiben. Denn im Trubel des Alltags vergisst man ihn einfach, obgleich er ungemein wichtig ist, um mit dem eigenen Stress umzugehen: Stress ist zu einem Großteil reine Kopfsache und damit hausgemacht. Die eigene Einstellung gegenüber einzelnen Belastungssituationen entscheidet maßgeblich darüber, ob der Stress mich belastet oder beflügelt. Um dem Kopf aber die Möglichkeit zu geben gut mit Stress umzugehen, muss ich ihm auch hin und wieder die Zeit gönnen, sich von ihm zu erholen. Klar, es gibt kein allgemeingültiges Rezept zum Umgang mit Stress – das muss jeder für sich selber herausarbeiten, je nachdem wie er oder sie auf herausfordernde Situationen reagiert. Die folgenden Tipps bieten aber auf jeden Fall hilfreiche Anhaltspunkte, um das eigene Stresslevel abzubauen und neu aufkommendem vorzubeugen.

 

Ein gutes Maß an Bewegung und Ruhe

Sport ist so ziemlich das Erste, das wir vernachlässigen, wenn wir wenig Zeit haben und ohnehin schon gestresst sind. Genau das ist falsch. Denn in stressigen Lebensphasen kommt es in unserem Organismus zu einem Energieüberschuss. Mit Ausdauersport können wir ihn sinnvoll abbauen. Rad fahren oder Laufen eignen sich zum Beispiel besonders gut. Oder aber der Gang ins Fitnessstudio. Kontraproduktiv sind dagegen Sportarten bei denen man sich mit anderen misst oder sogar gegen sie antritt – auch das erzeugt Stress. Auch eine Auszeit auf der Couch – nicht vor dem flimmernden Fernseher sondern mit einem guten Buch und einem heißen Tee in der Hand wirkt Wunder. Besonders morgens sollte man sich nicht gleich als erstes auf die unzähligen über Nacht eingegangenen WhatsApp Nachrichten stürzen. Gönnen Sie sich stattdessen ein Frühstück mit den Lieben und genießen die Offline-Zeit. So starten Sie nicht schon gehetzt in den Tag. Ruhe und Bewegung kombinieren kann man auch mit einer kleinen Yoga-Session am Morgen. Ebenso gilt auch für abends: planen Sie sich Screen-freie Zeit ein! Wer noch bis nach Mitternacht am Laptop oder Smartphone hängt, wird schwer in den Schlaf finden. Denn die Helligkeit der Bildschirme hält uns wach. Erholsamer Schlaf ist aber sehr wichtig für die Regeneration unseres Körpers.

 

Gute Planung ist das A und O gegen Stress – beruflich und privat

Klingt banal aber eine gute Planung ist essenziell, um nicht in die Stressfalle zu tappen. Welche Aufgaben können delegiert werden? Welche Aufgaben lassen sich ohne Probleme auch auf die folgenden Tage und Wochen verteilen? Hinterfragen Sie jeden Tag ihre To-Do-Liste auf die richtige Priorisierung. Das führt dazu, dass Sie sich den Terminkalender nicht von Anfang an eh viel zu voll stopfen. Wichtig ist auch: Planen Sie Zeitfenster ein, für die Dinge, die ihr Wohlbefinden steigern! Zum Beispiel Treffen mit Freunden, der Spaziergang mit den Kids, und auch – ganz banal aber umso wichtiger – Essen. Wie oft hetzt man durch den Tag und merkt erst am Nachmittag, dass man gar nichts richtiges gegessen hat?! Wer nicht gesund – und das heißt auch regelmäßig! – isst, der wird nicht mit voller Power durch den Tag kommen – und folglich auch schlecht mit den Herausforderungen umgehen können. Eine frische und abwechslungsreiche Ernährung steigert das eigene Wohlbefinden. Und wenn wir uns wohlfühlen, sind wir stressresistenter.

 

Und noch ein Tipp zum Schluss

Lernen Sie auch mal „Nein“ zu sagen. Das äußert sich auch darin, dass man es schafft Hilfe von Freunden und der Familie anzunehmen. Nicht alles müssen wir alleine bewältigen. Wenn wir uns Aufgaben im Familien-, Freundeskreis und auch im Arbeitsumfeld teilen, kommen wir alle stressfreier durch den Tag. Man merkt: die Prioritätenliste und eine gute Verteilung aller To-Dos ist die absolute Basis für ein erfolgreiches Stressmanagement.

 

Fazit: die individuelle Stress-Balance finden

Wir haben gesehen: Auf den Stress schimpfen, führt uns zu keiner Lösung. Schließlich hat er nicht nur negative, sondern auch viele positive Eigenschaften. Wenn wir die oben genannten Punkte beachten, schaffen wir es Disstress zu vermeiden und damit all seine gesundheitsschädigenden Effekte. Eustress dagegen beflügelt uns – wenn wir das richtige Maß finden. Eine realistische Einschätzung der eigenen Kapazitäten, eine gute Planung und eine gesunde Priorisierung sind extrem hilfreiche Ansätze zum konstruktiven Umgang mit Stresssituationen. In Kombination können sie langfristig unseren Körper und unser seelisches Wohlbefinden effektiv in einen guten Flow bringen.

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